Final days
Ende Juni: Nun ist es so weit und ich schreibe meine letzten Zeilen aus den USA bzw. bereits schon auf dem Weg nach Paris von wo aus es dann weiter nach Hannover geht. Die letzten Tage haben wir nochmals sehr bewusst verbracht und viel erlebt. So haben wir zum Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste eine Watching Party bei uns in Mountain View veranstaltet, zu der alle gekommen sind, die uns wichtig waren. Dass bereits in der Woche davor unser Container gepackt wurde, war kein Problem, da wir uns von den Nachbarn Bierbänke ausgeliehen hatten und ganz im amerikanischen Potluck-Style einfach jeder neben einer Sitzgelegenheit auch noch was zum Essen für die Allgemeinheit mitgebracht hat. Abends waren wir dann noch auf einer Geburtstagsfeier bei Freunden aus Jonathans Klasse. Die eine verbleibende Couch und den Fernseher hatten wir ohnehin für den Verkauf Ende Juni vorgesehen. Der Verkauf unseres restlichen Haushalts bzw. das Sortieren, was verkauft wird, was in den Container kommt, was wir im Flugzeug mitnehmen und was wir spenden, hat in den letzten Wochen mehr Zeit als geplant eingenommen. Aber natürlich hatten wir noch ausreichend Zeit für andere Aktivitäten ;-) So waren wir am Sonntag nach dem SPiel nochmals mit Freunden in einem sog. Escape Room. Vorher haben wir uns zum Burgeressen in San Jose getroffen. Beides stand auf unserer kleinen 2 Do Liste mit Aktivitäten, die wir nochmals machen wollten. Das Containerpacken an sich verlief recht unkompliziert, da Katrin und ich alles vorsortiert hatten und die Umzugsfirma mit 4 Leuten vor Ort war. Sie waren jedoch nur mit dem Packen, nicht mit der Demontage von Schränken, beauftragt. Hierfür war wiederum eine andere Firma beauftragt. So war es gut, dass ich da war, weil die Firma zur Demontage nur für einen Schrank beauftragt war, wir jedoch auch noch andere Möbelstücke hatten, die abgebaut werden mussten… da habe ich dann mitgeholfen und so war es für die Möbelpacker auch in Ordnung. Wirklich Schulunterricht hatten die Jungs in der letzten Schulwoche auch nicht mehr. Für Jonathan stand noch seine offizielle Abschlussfeier der 4. Klasse an. Eine nette Zeremonie, zu der die ganze Familie in der Schule eingeladen ist, bei der es etwas Musik und einige Reden der Lehrer gibt und dann jeder Schüler einzeln auf die Bühne gerufen wird, um sein Zertifikat zu erhalten. Im Anschluss haben sich dann die beiden 4. Klassen inkl. Familien haben sich in einem Park in der Nähe zum Picknick mit einem Mexican Food Truck getroffen und einen sehr entspannten Nachmittag verbracht. Mit dem Ende des Schuljahres begann für uns die Verabschiedung. Eigentlich ist es in den letzten Jahren normal, dass sich einige in den Urlaub oder auch von der Schule verabschieden. Ein Unterschied für uns ist, dass wir uns dieses Mal auch verabschieden. Mit gemischten Gefühlen. Zum einen natürlich der Abschied von unseren Freunden hier, dem extrem hohen Naherholungswert und dem Luxus, den wir genießen durften. Auf der anderen Seite aber auch die Freude, wieder in Europa näher bei der Familie und der europäischen Kultur zu sein. Für die Kinder mehr Freiheiten und für uns weniger Fahrdienste. Nachdem wir unser Haus offiziell an unsere Mieterin übergeben hatten, sind wir für einen kleinen Roadtrip nach Süden aufgebrochen. Für einen Nachmittag waren wir in den Sanddünen bei Pismo Beach sandboarden bevor es weiter in Richtung LA ging. Am Montag ging es dann recht früh auf unseren Tagestrip mit dem Boot zu den Channel Islands. Der letzte National Park in Kalifornien, den wir noch nicht besucht hatten. Besonderheit ist das Meer um die Inseln und, dass diese nur auf dem Wasserweg zu erreichen sind. Da die offizielle Fähre bereits ausgebucht war, sind wir mit einem privaten Anbieter gefahren. Wir waren ca. 20 Personen auf unserem Schiff mit dem wir zu den Channel Islands gefahren sind. Dort angekommen ging es dann auf die Ocean Kayaks und mit einem Guide entlang der Inseln durch Höhlen bis es wieder an Bord unseres Mutterschiffs ging. Katrin war mit Raphael unterwegs und ich mit Jonathan. Die Route war eigentlich sehr entspannt bis auf die letzte Höhlendurchfahrt, in der wir zwei hohe Wellen in der Höhle meistern mussten. Jonathan wäre fast von Bord gegangen und Katrin hat ihre Sonnenbrille verloren. Im Anschluss hatten wir noch Zeit den Unterwasserwald beim Schnorcheln zu erkunden. Ich hatte mir kein extra Neopren ausgeliehen, sodass ich nur kurz im Wasser war. Katrin hatte einen dicken Neoprenanzug ausgeliehen und konnte so noch länger im Wasser bleiben und eine Höhlenerkundung unternehmen. Auf dem Rückweg wurden wir von Delfinen begleitet, was diesen abenteuerlichen Tag insgesamt schön abschloss. Zum Abendessen sind wir zu Fuß in ein Fischrestaurant gegangen und haben uns nochmals frische pazifische Austern gegönnt. Die anschließenden Tage haben wir in Venice in einem stylischen Hotel direkt am Muscle Beach verbracht. Wieder in der Bay Area angekommen, hatten wir unseren letzten Organisationstag, an dem wir noch das restliche Gepäck aus unserer Garage geholt, unseren ID-Buzz abgegeben und letztendlich ein Hotelapartment bezogen haben. Zum Glück konnten wir unsere 3 verpackten Fahrräder bei guten Freunden in der Garage unterstellen, sonst wäre es in unserem Apartment sehr eng geworden. Ohnehin war es mit unseren 13 Gepäckstücken recht eng. Es war wirklich schön, dass wir zu Freunden zum Abendessen eingeladen wurden. Die letzten Tage haben wir mit unseren engsten Freunden verbracht. Nochmals ein schönes amerikanisches Frühstück, Abendessen in einem chinesischen Restaurant in der Gegend, das während der Covid-Pandemie von Mark Zuckerberg unterstützt wurde und bei dem er auch öfter war. Eine schöne Wanderung in den Santa Cruz Mountains, auf dem Hin- und Rückweg konnte ich auch nochmals meine Lieblingsrennradstrecken (zumindest per Auto) fahren. Krönender Abschluss war am Sonntag ein Ausflug nach Santa Cruz wo wir auch ziemlich zu Beginn unserer Zeit waren. Mit diesem Ort verbinde ich viele Emotionen (schon allein, da ich dort dreimal bei einem 70.3-Ironman gestartet bin). So war es eine intensive und sehr schöne Zeit.Am Montag haben wir dann nur noch einen kleinen Rest gepackt, Jonathan von seinem besten Freund abgeholt und uns dort auch nochmals verabschiedet. Dann zu unseren anderen Freunden, bei denen Raphael geschlafen hat, und von dort gemeinsam zum Flughafen. Netterweise sind unsere Freunde auch mitgefahren, sodass es vom Platz gepasst hat. Der Check-in hat trotz 13 Koffern und 3 Fahrrädern problemlos geklappt. Der Abschied war emotional. Der Flug ist dafür umso entspannter. Ich habe es mir gut gehen lassen und nahezu alle Weine und Cognacs getestet ;-) Da kann ich nur wieder ein Hoch auf Air France aussprechen... Trotz des Umstiegs in Paris sind alle Gepäckstücke letztlich in Hannover angekommen. Das Shuttle war pünktlich und hat uns samt Gepäck zurück in den Ingeborg-Steinohrt-Weg gebracht. Hier wurden wir von unseren Nachbarn mit Plakaten am Haus und im Haus sehr rührend empfangen. Da wir hier derzeit so viel zu tun haben, unser Zuhause wieder wohnlich zu machen, kommen wir gar nicht dazu, wehmütig zu werden....mal sehen, wie es sich weiter entwickelt ;-)