Ein Tag
Anfang Mai: In den letzten beiden Wochen haben wir wieder viel erlebt. Für mich sicherlich noch vielseitiger als für Katrin. Während Katrin noch einmal dienstlich in Deutschland war, konnte ich mich auf meine (zumindest in den USA) letzte sportliche Herausforderung vorbereiten. Doch bevor es am Sonntagnachmittag nach Deutschland ging, haben Katrin und ich uns noch einen schönen Abend gegönnt. So haben wir ein Item auf unserer Liste, das wir noch einmal machen müssen, bevor wir wieder zurückgehen. Liste erledigt. Ein anständiges Steak in einem amerikanischen Grill. So hatten wir einen Tisch im Los Altos Grill und anschließend noch einen Cocktail in unserer Stammbar. Die Jungs waren froh auch mal allein zu Hause zu sein. Sonntag sind wir zum Lunch auf Wunsch der Jungs in einen anderen Grill zu dem wir geradelt sind, gegangen. Zum Nachmittag haben wir dann Katrin zum Flughafen gefahren und sie gebührend verabschiedet. In der Woche habe ich mich dann mit leichtem Training, Autoservice, Arbeit und Keksen für die Schule beschäftigt. Zum Ende der Woche ist die Spannung immer weiter gestiegen, nachdem ich mich mit der Strecke meiner Herausforderung besser vertraut gemacht hatte…Gut, dass ich am FReitag in der Schule noch beim Vorsortieren für den Flohmarkt geholfen habe. Am Freitagabend ist dann Katrin aus Deutschland auch wieder zurückgekommen, und wir hatten noch einen kurzen Abend auf der Couch. Der Samstag ging für mich dann sehr früh los. Aufstehen um 2:50 Uhr, Frühstück während der Fahrt und Start um 04:30 Uhr. 100 km und 4170 Höhenmeter waren meine finale Challenge. Der Start im Dunkeln hatte eine besondere Stimmung; die ersten Kilometer über einen Friedhof noch zusätzlich ;-). Nach Magenproblemen und einem mittleren Sturz war ich nach ca. 3 Stunden im Laufmodus. Neben der körperlichen Herausforderung war der 2. große Anstieg mental die größte Aufgabe. Da man 700 Höhenmeter zuerst bergab zur Verpflegungsstation gelaufen ist und bei jedem Schritt wusste, dass man sie genau wieder hochlaufen musste. Die Strecke war so gelegt, dass man bei Kilometer 60 wieder am Start vorbeikommt. Das war mein großes Glück. Da dort Katrin mit den Jungs und ein Vater (Stefan) aus Raphaels Klasse auf mich gewartet haben. Katrin und die Jungs haben mich mit Eis zum Kühlen und meinen Lieblingsgels versorgt und Stefan war als offizieller Pacer gemeldet. So hat er mich bis Kilometer 80 begleitet. Das war zu diesem Zeitpunkt elementar für die Motivation. Im Nachhinein meinte Katrin, dass sie sehr beruhigt war, dass Stefan in dem Zustand bei mir war ;-)) Auch nachdem Stefan wieder ausgesstiegen war, war meine Motivation gut und ich habe die restlichen 20 Kilometer z.T. mit Gehen auf den Anstiegen und positiven Gedanken verbracht. Nach 12:27:31 bin ich mit vielen Emotionen und schwer beschreibbaren Eindrücken in Katrins Armen im Ziel angekommen, sehr erschöpft.
Abends hatten wir noch Karten in der PayPal Arena in San José für das Fußballspiel der San José Earthquakes (wo Timo Werner spielt) gegen Vancouver (wo Thomas Müller spielt). Leider waren beide verletzt, sodass wir keinen von beiden gesehen haben, und ich habe es doch etwas bereut, mitgekommen zu sein, da ich wirklich fertig war…Essen war für den Rest des Tages irgendwie auch nicht möglich (und das, obwohl es im Ziel einen Taco Truck für die Finisher gab)…Dafür hatten wir am Sonntag ein sehr ausgiebiges Frühstück mit frischen Bagels, die unsere Kinder selbstständig mit den Bikes aus unserem Stamm Bagel Laden geholt hatten. Den Rest des Tages haben wir mit Freunden am Strand mit Grillen in der Nähe von Santa Cruz verbracht. Mein Zustand war okay, allerdings hatte ich in der Nacht ein paar Kälteattacken. Neben den Schürfwunden waren die Füße ziemlich hinüber. Zum Glück sind nicht alle Blasen während des Laufes aufgegangen, dafür haben meine Fußnägel ziemlich gelitten. Offen für Neues erwarte ich neben neuen Herausforderungen in Deutschland somit auch ein paar neue Fussnägel ;-)