Sport gegen Krebs
April: Und jetzt ist es auch schon wieder Ende April…die Zeit rennt noch mehr, insbesondere wenn man weiß, dass sie hier auch bald zu Ende ist.
Highlight des Monats war ohne Frage unser Frühjahrsurlaub. Die Jungs hatten 2 Wochen Osterferien, die wir genutzt haben, um aus deutscher Sicht ans andere Ende der Welt zu fliegen. Von San Francisco aus in 8 Stunden mit einem Direktflug erreichbar. Französisch Polynesien. Der Reisebericht hierzu ist noch in Arbeit, wird aber auch bald möglichst hier verlinkt ;-). Auch wenn wir über Ostern weg waren, haben wir die Tradition des OSterfrühstücks mit selbst gebackenem Zopf und Ostereiersuche im Garten nachgeholt. Ansonsten sind wir seit 2 Wochen schon wieder im Alltag in Mountain View. Nun sind wir zunehmend damit beschäftigt, unsere Transition nach Deutschland vorzubereiten. Inventur machen: was mitkommt und was bleibt etc. Ich habe wieder Kontakt mit enercity aufgenommen, um auch dort auszuloten, welche Möglichkeiten es für mich zum Wiedereinstieg gibt. Katrin führt einige Gespräche im VW-Konzern und die Jungs fangen auch langsam an zu realisieren, dass die nach dem Sommer auf eine andere Schule gehen. Wobei wir derzeit noch nicht wissen, auf welche, da der Schulanmeldungsprozess in Hannover recht nervig und aus den USA heraus mit 9 Stunden Zeitverschiebung nicht ganz einfach ist. Aber davon lassen wir uns nicht entmutigen. Auch wenn wir sehen, dass es uns insgesamt wirklich gut geht – was keine Selbstverständlichkeit ist. Um etwas zu geben, waren wir an den letzten beiden Wochenenden sportlich aktiv. Vor 2 Wochen sind wir zusammen mit Freunden 10 km im Rahmen einer Aktion gegen den Krebs gelaufen und haben im Anschluss unseren betroffenen Freund mit einem Überraschungslunch besucht.
Und am letzten Wochenende bin ich als Mitglied des Gray Nation Endurance Teams beim Big Sur Marathon gestartet. Für den Startplatz habe ich knapp über 2000 USD an Spenden für die National Brain Tumor Society gesammelt. Ein großes Dankeschön auch hier nochmals an alle, die sich beteiligt haben. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis. Allerdings hatte Jonathan am Wochenende auch ein Fußballturnier, und Raphael hatte am Freitagabend noch Middle School Dance (eine Art Disco in der Schule für die Mittelstufe). So hatten wir einiges zu organisieren, und letztlich bin ich am Samstag bereits mit unserem Camper zum Stellplatz vorgefahren. Katrin ist dann später im Laufe des späten Nachmittags nachgekommen, während unsere Jungs bei ihren Freunden untergekommen sind. Im Nachhinein war es so auch ganz gut, denn das Wetter am Pazifik war um diese Jahreszeit recht typisch eher regnerisch. Auch wenn ich Samstag rechtzeitig am Stellplatz angekommen war, hatte ich den falschen Ort für mein Team Meeting im Kopf, so dass ich mich mit meinem Rennrad sputen musste noch pünktlich zum Fototermin zu kommen. Der Stellplatz war in der Nähe des Ziels des Marathons am Highway 1 bei Carmel. Der Fototermin jedoch in Monterey, was bedeutet hat, einmal über den Hügel zu fahren…Ein schöner Nebeneffekt war, dass ich die landschaftlich schöne Strecke über den bekannten 17 Mile Drive nehmen konnte. Mit dem Fahrrad ist die Strecke kostenlos. Als ich dann zurückkam und meine Startunterlagen im Zielbereich abholen wollte, musste ich feststellen, dass die Ausgabe nicht dort, sondern in Monterey stattfindet. Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen…so bin ich ungeplant wieder über den Hügel zurück nach Monterey gefahren, um meine Startunterlagen abzuholen und auch der Messe noch ein paar Nahrungsergänzungsmittel zu kosten. So hatte ich letztendlich doch mehr “leichte” Bewegung vor dem Wettkampf als ursprünglich geplant ;-) Mit ausreichend Pasta wieder am Camper angekommen, konnte ich meine Energiespeicher auffüllen, und bald darauf kam auch Katrin. Den Nachmittag und Abend haben wir dann zu zweit ganz gemütlich im Camper verbracht, da das Wetter auch nicht mehr zum Raussgehen eingeladen hat. Nach einer sehr kurzen Nacht (2:55 aufstehen) bin ich dann mit dem Auto (eigentlich wollte ich mit dem Bike fahren, doch schon vor dem Rennen komplett nass zu sein wollte ich dann auch nicht) zum Bus-Pick-up in der Nähe gefahren. Von dort wurden dann alle Teilnehmer zum Start etwas südlich von Big Sur Station gefahren. Insgesamt sehr gut organisiert, nur die Zeit von ca. 5:00 bis zum Start um 6:45 im Wald bei Nieselregen war etwas nervig… Immerhin gab es warmen Kaffee und Dixi-Klos…Pünktlich ging es dann bei Nieselregen los. Insgesamt verlief es sehr gut nach Plan und ich bin mit 3:14h als 8er meiner Altersklasse ins Ziel gekommen. Zunächst etwas bergab und dann doch mit einer nennenswerten Steigung mit ca. 300 Höhenmetern auf 3 km, der Rest wie man hier so schön sagt, Rolling Hills…Das Wetter war für Läufer ideal (insbesondere nachdem der Regen aufgehört hatte und es nur noch wolkig war). Der Lauf in dieser Atmosphäre und mit meinen Gedanken darüber, wie schnell Krebs alles verändern kann, war neben der spektakulären Strecke auch emotional besonders. Im Ziel hat mich Katrin empfangen und wir sind nach einem kurzen Aufenthalt im Charity-Zelt gemeinsam zurück zum Auto gegangen. Katrin mit dem Bike und ich so gut es ging als locker auslaufen zu Fuß. Zum Müdewerden hatte ich kaum Zeit, da Jonathan von seinem Fußballturnier (das er mit seiner Mannschaft gewonnen hat) abgeholt werden musste und wir alle noch bei Freunden zur Kommunionsfeier eingeladen waren. Dort haben wir dann das besondere Wochenende bei Schwarzwälder Kirschtorte (hausgemacht von anderen deutschen Freunden ;-)) ausklingen lassen…